Kultur, Ausstellungen und Kunst / 24. April 2026 · Trento
Vom 24. April bis 6. September 2026 wird im Palazzo delle Albere die Ausstellung "Anachronismen und Diskronien" zu sehen sein. Italienische Kunst von den achtziger Jahren bis heute“.
Die Ausstellung erzählt, wie sich in den letzten vierzigJahren ein bedeutender Teil der italienischen Kunst dafür entschieden hat, scheinbar „gegen die eigene Zeit“ zu arbeiten und eine unregelmäßige, intermittierende oder absichtlich anachronistische Beziehung zur Geschichte herzustellen.
Nach der konzeptionellen Saison, zwischen Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre, rückt die Transavanguardia Malerei und Figuration in den Mittelpunkt. Künstler wie Chia, Cucchi, Clemente und Paladino führen die Erzählung, den Mythos und das Archaische wieder ein: nicht als Nostalgie, sondern als Reaktivierung eines ikonografischen Repertoires, das im italienischen kulturellen Gedächtnis angesiedelt ist. Dieser Wende folgt die Erfahrung der Anachronisten, die die Vergangenheit mit einem noch schärferen Ansatz angehen: eine Rückkehr zur Form, zur klassischen Komposition und zu einer Malerei, die einer anderen Epoche anzugehören scheint.
Seitdem haben viele Künstler Formen falsch ausgerichteter Zeitlichkeit entwickelt. Im Zeitalter der Digitalisierung und Hyperpräsenz hat sich diese Suspension zu einem weit verbreiteten Zustand entwickelt: Werke, die weder gestern noch heute vollständig gehören, befinden sich in einem Zwischengebiet, in dem das ikonographische Gedächtnis ständig wieder aufgebaut, unterbrochen oder verlangsamt wird.